Ergebnisse zur Befragung im Rahmen der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel)
Ergebnisse zur Befragung im Rahmen der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel)

Obertshausen - Nach dem subjektiven Sicherheitsempfinden und nach Angst-Orten wurden Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Obertshausen bei der repräsentativen Befragung der Initiative „Kommunalprogramm Sicherheitssiegel“ - kurz: KOMPASS – gefragt. Dazu haben nach Stichprobenziehung 3.790 Personen Post bekommen und wurden nach ihrer Meinung zum Thema „Sicherheit in Obertshausen“ befragt. Mit einer guten Rücklaufquote von 23,8 Prozent (904 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) wurde die erwartete Quote von zehn Prozent sogar noch übertroffen. Alle Fragebögen wurden anonym ausgewertet.

Bei der Befragung, die von der Professur für Kriminologie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen im Auftrag des Hessischen Innenministeriums wissenschaftlich begleitet wurde, standen die persönlichen Sicherheitsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt. Anhand der Antworten und einer detaillierten Sicherheitsanalyse sollen passgenaue kriminalpräventive Strategien für Obertshausen erarbeitet und umgesetzt werden. Dabei wird das Thema „Sicherheit“ als gemeinsame Aufgabe von Bürgerinnen und Bürgern, Polizei sowie der Kommune verstanden. „Mit den Antworten aus der Befragung kann nun an konkreten Veränderungen gearbeitet werden, die dann zu einer Verbesserung der Sicherheit hier in der Stadt führen. Jede einzelne Meldung ist wichtig und wertvoll“, erklärt Bürgermeister Manuel Friedrich.

 Die Antworten der Befragten zeigen zum Beispiel, dass der Bahnhof (303 Nennungen) sowie Grünanlagen (52 Nennungen) in Obertshausen als sogenannte Angst-Orte wahrgenommen werden. Gründe dafür sind unter anderem dort anwesende Personengruppen, Alkohol, Drogen oder Dunkelheit. Pöbeleien und Krawalle machen an diesen Plätzen Angst. Eine fehlende Polizeipräsenz wurde jedoch bei Bahnhof und Grünanlagen als letzter Grund für die Unsicherheit genannt. „Hier werde ich mich zusammen mit den Bürgermeistern aus Heusenstamm und Rodgau für eine Aufstockung des Personals unserer Dienststelle in Heusenstamm auf vielen Ebenen stark machen“, erklärt Bürgermeister Manuel Friedrich.

 Außerdem wurde nach der Kriminalitätsfurcht gefragt, welche bedeutet, wie sicher sich (tagsüber und nachts) die Befragten alleine zu Fuß in der eigenen Wohngegend fühlen. Dabei fiel eine hohe Differenz zwischen Tages- und Nachtwerten auf. Insgesamt fühlen sich 37,5 Prozent der Befragten bei Dunkelheit unsicher, bei Tag nur 4,7 Prozent.

 Auf die Frage nach der Kriminalitätsentwicklung in Obertshausen gaben 52,7 Prozent der Teilnehmende an, dass sich die Sicherheit in Obertshausen in den vergangenen beiden Jahren nicht verändert habe. Die Kompass-Befragung zeigt auch auf, ob die Teilnehmenden bereits Maßnahmen wie Einbruchschutz ergriffen haben, um sich sicherer zu fühlen. Dennoch: „Das subjektive wahrgenommene Sicherheitsempfinden und die objektive Kriminalitätslage in einer Kommune müssen dabei grundsätzlich gesondert betrachtet werden“, heißt es im Bericht der Universität Gießen.

Und was passiert nach der Befragung? „In unbeleuchteten Ecken und Winkeln können entsprechende Beleuchtungskonzepte für Verbesserung sorgen und rund um den Bahnhof kann die bereits erfolgreich eingesetzte Videoüberwachung möglicherweise erweitert werden“, sagt Erster Stadtrat Michael Möser. „Diese und weitere Präventionsmaßnahmen für Obertshausen werden dann in einer Sicherheitskonferenz besprochen“, erklärt Markus Albert, Kompassbeauftragter der Stadt Obertshausen.

Seit Dezember 2019 ist Obertshausen Teil von „Kompass“. Als 65. Kommune ist die Kleinstadt mit Herz damals der Sicherheitsinitiative beigetreten. Gemeinsam werden die Partner aus Kommune, von der Polizei und aus der Bürgerschaft sowie weitere gesellschaftliche Akteure an Konzepten arbeiten, die dann vor Ort umgesetzt werden sollen. Im Herbst 2020 hat die Stadtverwaltung im Rahmen von „Kompass“ Bürgerinnen und Bürger erstmals zum Thema „Sicherheit in Obertshausen“ befragt. Damals gab es 186 Rückmeldungen. Mit der jetzigen repräsentativen Bürgerbefragung ist man nun bei KOMPASS den nächsten Schritt gegangen.


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