Die Aktie der Elaris AG ist nun seit einigen Wochen auch an der Börse notiert
Die Aktie der Elaris AG ist nun seit einigen Wochen auch an der Börse notiert

 

Lars Nikolai Stevenson hat sein Elektroauto-Start-up Elaris erfolgreich an die Börse gebracht

Bad Dürkheim – Die Elektromobilität spielt für den klimaschonenden Verkehr eine herausragende Rolle, weil Elektrofahrzeuge weit weniger klimaschädliches CO2 als Verbrenner ausstoßen. Das gilt vor allem dann, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die Nutzungsmöglichkeit der Batterien als Energiespeicher, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch Wind- und Sonnenkraft entstehen. Bis zum Jahr 2030 will die Bundesregierung mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw auf Deutschlands Straßen bringen. Doch derzeit stockt die klimafreundliche Verkehrswende. Daran trägt die Regierung mit dem plötzlich verkündeten Ende der staatlichen Elektroauto-Förderung sowie steigenden Strompreisen eine erhebliche Mitschuld. So kommt die von Demoskopen festgestellte Image-Verschlechterung der E-Autos nicht von ungefähr. Wie die Meinungs- und Marktforschung Civey zusammen mit der „Automobilwoche“ ermittelte, bewerten 70 Prozent der Bundesbürger das Image von Elektroautos inzwischen als negativ und nur 11 Prozent als gut. Der Rest ist sich hinsichtlich des Rufes von E-Autos nicht ganz sicher. Einer Umfrage zufolge würden sich derzeit mehr als die Hälfte der Verbraucher gegen den Kauf eines Elektroautos entscheiden. Außerdem bereut mehr als die Hälfte der Deutschen laut einer YouGov-Umfrage, ein Elektroauto gekauft oder geleast zu haben. Als Hauptgrund werden die gestiegenen Strompreise, das Aus der staatlichen Förderung und die Lücken in der Ladeinfrastruktur genannt.

An der Ausweitung der Lademöglichkeiten arbeitet die Elaris AG mit Sitz im pfälzischen Bad Dürkheim. Das Verkehrswende-Start-up von Lars Nikolai Stevenson importiert hochwertige, aber bezahlbare Elektroautos aus China und modifiziert sie für den heimischen Markt. Neben günstigen Top-Fahrzeugen für eine klimafreundliche Mobilität werden umfangreiche Services und Beratungsleistungen für die Ladeinfrastruktur angeboten. Mit dem Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur will Stevenson ein Hindernis für den Durchbruch der E-Mobilität beseitigen. Sein 2020 in Grünstadt gegründetes Unternehmen fokussiert sich auf den Verkauf von Autos mit nachhaltigen Antriebstechnologien. Dafür arbeitet es mit anerkannten chinesischen Herstellern wie Dorcen, Skywell und GAC zusammen. Die Auftragsfertiger aus Fernost decken alle Fahrbedürfnisse vom vollelektrischen Kleinwagen über Limousinen bis zum SUV ab. Es gibt beispielsweise den wendigen Stadtflitzer „Dyo“, den familienfreundlichen „Beo“, den sportlichen „Jaco“ und den kompakten Allrounder „Lenn“. „Alles in bester Qualität, zu einem fairen Preis und für Menschen, die höchsten Wert auf bedarfsgerechte Mobilität legen“, formuliert Lars Stevenson sein Geschäftsprinzip. „Mobilität muss sich dem Menschen anpassen. Es braucht gelungene technische Unterstützung und bezahlbaren Komfort und Technologie auf hohem Niveau.“ Unter Berücksichtigung aller Kundenwünsche werden die chinesischen Standardmodelle nach einem hochmodernen Baukastensystem angepasst und europatauglich gemacht. 

Elaris arbeitet mit großen Elektrofahrzeug-Manufakturen in China zusammen, weil man erkannt hat, dass die hohen Preise heimischer E-Autobauer die Kauflaune der Autofahrer drücken. Der Trägheit und falschen Preispolitik der deutschen Hersteller will das gründergeführte Unternehmen mit seinem Fokus auf bezahlbare Elektromobilität begegnen. Zum hauseigenen Kriterium der Bedarfsgerechtigkeit gehört eine Ausstattung der Fahrzeuge auf dem neuesten Stand. Stevenson ist überzeugt, dass die frühere PS- und Geschwindigkeitsfixierung aus der Zeit gefallen ist und Freunde der Elektromobilität vielmehr auf Komfort zu bezahlbaren Preisen achten. Dieser Erwartungshaltung entspricht Elariszum Beispiel mit CarPlay von Apple, innovativen Scheinwerfern, der Online-Navigation, verbesserten Ladeleistungen und der Performance-Steigerung durch den Dualmotor-Allradantrieb.

Zur finanziellen Absicherung des Wachstumskurses plante das E-Mobility-Unternehmen eigentlich schon für den letzten Herbst den Börsengang, der aber schließlich um ein halbes Jahr verschoben wurde. Anfang März dieses Jahres beschloss der Elaris-Vorstand zusammen mit dem Aufsichtsrat, den Zulassungsantrag für die 12,1 Millionen Unternehmensaktien zum Freiverkehr der Börse München im Handelssegment M-Access zu stellen. Dann ging alles sehr schnell und erfolgreich über die Bühne. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) billigte den Wertpapierprospekt, und die Elaris AG startete ihre Börsennotierung am 14. März 2024. Der Erstkurslag bei 40,60 Euro, was einer anfänglichen Marktkapitalisierung von 490 Millionen Euro entspricht. Nur innerhalb einer Stunde stieg der Kurs auf 41,60 Euro. Zeitnah ist außerdem eine Notierungsaufnahme der Aktien auf Xetra geplant, also beim deutschen Referenzmarkt für Aktien und börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Lars Stevenson kommentierte den neuen Abschnitt der Unternehmensgeschichte so: „Wir freuen uns sehr, nun an der Börse in München notiert zu sein. Damit schlagen wir ein neues Wachstumskapitel in unserer Firmengeschichte auf. Mit der Börsennotierung erhöht sich unsere Visibilität am Markt, und wir können unsere Wachstumsstrategie weiter forcieren. Als nächste Schritte wollen wir die Modellpalette unserer Elektrofahrzeuge weiter ausbauen und international weiterwachsen.“

Mit der Börsenpräsenz hat Elaris einen großen Schritt zur Verbreiterung seiner Kapitalbasis und weiteren Expansion getan. Stevenson muss dabei unweigerlich an die schwierige Anfangszeit vor vier Jahren zurückdenken. Der Weg zur Professionalisierung sei lang und der Kapitalbedarf enorm gewesen, gibt er zu. Eine weitere Herausforderung sei der Aufbau eines tragfähigen Händler- und Vertriebsnetzes sowie die Schaffung der Systemlandschaft gewesen. „Und dann haben wir noch nicht über die Homologationsverfahren, CE-Siegel und Sicherheitstests gesprochen“, zählt der Start-up-Visionär auf, der sich auch als Weinexporteur einen guten Namen gemacht hat. „Werden hier Fehler gemacht, müssen Fahrzeuge zurückgenommen, angepasst und erneut getestet werden, bevor sie wieder auf die Straße dürfen. Das ist richtig und wichtig, erschwert aber den Einstieg. Die Ansammlung von Wissen ist wichtig, die Lernkurve gewaltig. Ich denke wir haben diese gut gemeistert.“ Der CEO hofft, der politisch verschuldeten Imagedelle von Elektroautos durch die Mischung aus Qualität, Komfort und Bezahlbarkeit seiner Produkte trotzen zu können. Schließlich geht es ihm um den überlebenswichtigen Klimaschutz. „Elaris, das ist kein Unternehmen, das im Glashaus sitzt. Wir wollen bodenständig sein und das richtige Autos für konkrete Anwendungsfälle bauen“, betont Stevenson. Deshalb baut er seine Produktpalette konsequent aus und will im dritten Quartal 2024 das Modell „Jao“ einführen.

Zuletzt kamen kurz Irritationen rund um die Aktie der Elaris AG auf als die schweizerische Emil-Frey-Gruppe Umfang und Art eines Vertrages mit dem Konzern von Lars Nikolai Stevenson bestritt. Rein aus juristischer Sicht konnte der Inhalt einer zuvor durch die Elaris AG publizierten Pressemitteilung nicht so bleiben. Auf den Kurs und das Potential der Elaris AG habe dies kaum Einfluß, glauben Geschäftspartner der Elaris AG.

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